Vergessen oder verschwiegenen: NS-Opfer unter Vorbehalt

Freitag, 4. September 2026 um 19:00 – 20:30 Uhr
Museum Mühlberg
destination.one
Preis folgt
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Vergessen oder verschwiegenen: NS-Opfer unter Vorbehalt Vortrag von Andreas Pretzel, Kulturwissenschaftler und Historiker am Vorabend des 36. Mahn- und Gedenktreffen der Initiativgruppe Lager Mühlberg Am 4. September lädt das Museum Mühlberg um 19.00 Uhr zu einem besonderen Vortrag ein. In diesem spricht Andreas Pretzel über die Nachkriegsgeschichte und blickt auf den Kampf von NS-Verfolgten um Anerkennung. Und fragt: Warum sind im Gedenken an den Holocaust und antifaschistischen Widerstand so viele Leidenswege vergessen worden? Wo finden sich ihre Spuren, und was erzählen sie uns? Pretzel zeigt, wer von den NS-Verfolgten in Ost- und Westdeutschland als NS-Opfer amtlich anerkannt wurde, wer Zuwendung und Unterstützung erhielt und wer davon ausgeschlossen wurde. Außerdem nimmt er die Rolle der Interessenvertretungen und Verbände der NS-Verfolgten in den Fokus. Auf der einen Seite wurde Antifaschismus zur Staatsräson und „Opfer des Faschismus“ ein Ehrentitel. Auf der anderen Seite entstand ein Rechtsstatus privilegierter NS-Opfer – für die vornehmlich erinnerten Opferkollektive. Viele hatten schlechte Karten, wenn es um Anerkennung als NS-Opfer, Entschädigung oder Rückerstattung ging: etwa Sinti und Roma, Homosexuelle, sogenannte Asoziale, Zwangssterilisierte, Opfer der Euthanasie und ihre Angehörigen. Mit Einblicken in die unmittelbare Nachkriegszeit bis hin zu Entwicklungen der 1950er-Jahre wird die heute verstörende Geschichte dieser vergessenen und verschwiegenen Opfer aufgezeigt. Und gefragt: Welche Konsequenzen entstanden daraus für die Aufarbeitung und Bewältigung der NS-Gewaltgeschichte, für die Erinnerungspolitik und das Gedenken? Welche Verfolgten konnten ihre Geschichten der Öffentlichkeit erzählen? Wer war zum Ver-)Schweigen verdammt? Andreas Pretzel studierte Kulturwissenschaft und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist Geschäftsführer der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft Berlin.
Quelle: destination.one · Lizenz: CC BY 4.0 · © destination.one / die jeweiligen Datengeber
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Veranstaltungsort

Museum Mühlberg
Klosterstraße 9, 04931 Mühlberg
Veranstalter: destination.one
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Hommage an Hans Kretschmann
Museum Mühlberg
Vor 100 Jahren gründeten geschichtsbegeisterte Mühlberger ein Museum. Zum Geburtstag erinnert das heutige Museum Mühlberg 1547 an die prägende Figur der Gründungs- und Aufbauzeit: den Maler, Restaurator und Museumsleiter Hans Kretschmann (1897–1978). Als wissenschaftlicher Betreuer und Kustos ordnete Kretschmann ab 1926 nicht nur die ständig wachsende Sammlung, sondern initiierte auch erste Freilegungen historischer Wandmalereien. Unter seiner Obhut entwickelte sich das Museum fachlich weiter und gewann an Profil. Der Zweite Weltkrieg brachte einen Einschnitt, doch schon 1946 stellte die Stadt Mühlberg die ehemalige Klosterpropstei vollständig für Museumszwecke bereit. Hans Kretschmann übernahm die Leitung und führte das Haus mit großem Engagement. Er wirkte als Forscher, Restaurator und Gestalter gleichermaßen, fertigte Modelle an und arbeitete an Publikationen. Die Sonderausstellung „Aus Liebe zur Stadt. Hans Kretschmann als Maler und Museumsmacher“ nimmt das künstlerische Werk in den Blick. Seine Gemälde spiegeln die enge Verbundenheit Kretschmanns mit Mühlberg und der Region wider. Dem Museum ist es gelungen, für die Ausstellung eine Reihe von Leihgaben zu gewinnen, darunter Ansichten des Hafens und der beiden Kirchen ebenso wie zahlreiche Landschafts- und Blumenbilder. Außerdem führt der Weg in die ständige Ausstellung in der Propstei, in der Werke Kretschmanns präsent sind. Zum Jubiläum werden sie besonders hervorgehoben.

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