"Stubborn Hairs, Stubborn Roots" von Ximena Ferrer Pizarro

Sonntag, 13. September 2026 um 15:00 – 19:00 Uhr
Westliches Ringgebiet: Nexus, Spunk, Kunstsalon Jahnstraße, Harrys Bierhaus, Kontorhaus Jödebrunnen, WRG Sensor Jahnstraße
WRG SENSOR
Preis folgt
Über dein Eventings-Konto: Link zum Veranstalter plus alle weiteren Termine.
Ximena Ferrer Pizarro Stubborn Hairs, Stubborn Roots 11. September 2026 – 04. Oktober 2026 Ausstellungseröffnung: 11. September ab 18:00 Uhr Herzliche Einladung zur Einzelausstellung „Stubborn Hairs, Stubborn Roots“ von Ximena Ferrer Pizarro, die am 11. September um 18:00 Uhr im WRG SENSOR in der Jahnstraße 8a eröffnet wird. Das Haar wird hier zum Schlachtfeld, zum Archiv und zur Metapher. Jedes Haar, das darauf besteht weiterzuwachsen, jede Wurzel, die sich weigert, ausgelöscht zu werden, offenbart die Spannungen zwischen Zugehörigkeit, Begehren und ästhetischer Gewalt. In den Gemälden enthaart sich eine Frau und mit jeder Geste, in der sie das Sichtbare herausreißt, wird ihre Haut weißer. Der intime Schmerz der Haarentfernung verbindet sich mit der kulturellen Auslöschung: das Versprechen von „Reinheit“ und „Schönheit“ als Mechanismen der Whiteness. Ein weiteres Bild zeigt eine Frau mit vollem, lockigem Haar, das von mehreren weißen Händen berührt wird. Die Szene macht die exotisierende und gewaltsame Geste sichtbar, in der der Körper zum Objekt wird – ein Ort, an dem Projektionen und Machtverhältnisse eingeschrieben sind. Die Soft Skulpturen von Zöpfen treten als widerständige Körper auf: zugleich zerbrechlich und stark, sie erinnern an Traditionen, Erinnerungen und alltägliche Gesten, die sich dem Vergessen widersetzen. In einem weiteren Bild erscheint ein Mädchen mit blond gefärbtem Haar, dessen braune Ansätze sichtbar bleiben. Das Bild zeigt die Unmöglichkeit, vollständig zu tilgen, was man ist: Die Wurzel kehrt immer wieder zurück, trotzig, sichtbar, beharrlich. Stubborn Hairs, Stubborn Roots spricht von dieser Hartnäckigkeit des Körpers und des Gedächtnisses. Von der Reibung zwischen den Versuchen der Anpassung und den Spuren, die bestehen bleiben. Zwischen dem Intimen und dem Politischen zeigt sich das Haar als Symbol des Widerstands gegen koloniale und patriarchale Zwänge, die disziplinieren, aufhellen und homogenisieren wollen. Ximena Ferrer Pizarro (1994* Lima) nutzt die Malerei als Werkzeug, um Geschichten zu erzählen, die Machtstrukturen herausfordern. Sie verbindet dabei Autofiktion, unmittelbaren Ehrlichkeit und die dramatisch-humorvolle Sprache der Telenovelas. Ihre sensiblen und energiegeladenen Szenen zeigen Figuren, die den Betrachter*innen direkt in die Augen sehen: einige weinen, andere genießen das Leben furchtlos, doch die meisten kämpfen um eine Sichtbarkeit, die ihnen historisch verweigert wurde. Mit einer persönlichen, unverblümten Irrverrenz konfrontiert ihre Arbeit Klassenhierarchien und die tiefen Wunden, die der Kolonialismus in die Körper einschreibt. Ihre Werke gehen über den lateinamerikanischen Kontext hinaus und behandeln universelle Themen wie konservative Familienstrukturen, koloniales Trauma und intersektionalen Feminismus. Darin erscheinen anthropomorphe Figuren, die ihre eigenen Geschichten erzählen – hart, schräg und lustig. Ximena studierte Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und an der UNAM (Mexiko). Ihre Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst (Berlin), in der Galería Jorge López (Valencia), in der Galerie im Tempelhof Museum, der Kunsthalle Mannheim und bei alpha nova & galerie futura und mit der Fundación Sandretto (Madrid). 2021 erhielt sie das DAAD-Stipendium STIBET für ihre Abschlussarbeit Mikropolitische Telenovelas 2023 nahm sie am Programm Goldrausch Künstlerinnenprojekt teil, und 2024 erhielt sie das Elsa-Neumann Stipendium für ihr Projekt All the times I wanted to be white sowie den Kunstpreis der Rainer Wild Stiftung. Ihre Werke befinden sich in den Sammlungen der Berlinischen Galerie, des Berlin Museums und der Kunsthalle Mannheim. Öffnungszeiten: Mittwoch & Sonntag jeweils 15:00 bis 19:00 Uhr WRG SENSOR: Jahnstraße 8a, 38118 Braunschweig Weitere Informationen zum Programm findet ihr auf unserer Website und Instagram: www.wrgstudios.de, @wrgstudiosbs
Quelle: destination.one · Lizenz: CC0 1.0 · © destination.one / die jeweiligen Datengeber
Stimmt etwas mit diesen Angaben nicht?
Veranstaltungsort

Westliches Ringgebiet: Nexus, Spunk, Kunstsalon Jahnstraße, Harrys Bierhaus, Kontorhaus Jödebrunnen, WRG Sensor Jahnstraße
38118 Braunschweig
Veranstalter: WRG SENSOR
Weitere Termine
Diese Veranstaltung findet regelmäßig statt — wähle deinen Termin.
Ein Konto für alles, was du erleben willst.
Merk dir Events, geh gemeinsam mit Freunden hin und behalte deine Tickets an einem Ort.
- Events merkenGespeicherte Events warten in deinem Konto.
- Gemeinsam hingehenTritt bei, sieh wer dabei ist und sprich dich im Event-Chat ab.
- Tickets an einem OrtKaufen, aufbewahren, am Einlass vorzeigen. Fertig.
Weitere Events in Braunschweig

LIESL RAFF "Slant"
Kunstverein Braunschweig

ANNETTE SENNEBY "Attic"
Kunstverein Braunschweig
Der Kunstverein Braunschweig präsentiert die erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland von ANNETTE SENNEBY (*1951 in Göteborg, lebt und arbeitet in Stockholm) im Obergeschoss der Villa und gewährt Einblicke in ihre langjährige künstlerische Praxis. Ihr Werk bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Malerei und Skulptur und versteht das Bild als räumlichen Ausgangspunkt, der sich in ortsspezifischen Interventionen entfaltet. Durch das Zusammenspiel von Pigment, Material und physikalischen Kräften entstehen Prozesse von Verdichtung, Fließen und Auflösung, in denen Grenzen, Schwerkraft und Bewegung kontinuierlich neu verhandelt werden. Die Ausstellung wird kuratiert von Emily Fahlén, Direktorin des gemeinnützigen Ausstellungsraums MINT in Stockholm, im Dialog mit Cathrin Mayer.

LIESL RAFF "Slant"
Kunstverein Braunschweig
Für ihre erste institutionelle Ausstellung in Deutschland entwickelt LIESL RAFF (*1979 in Stuttgart, lebt und arbeitet in Wien) eine raumgreifende, ortsspezifische Installation, die das gesamte Untergeschoss der Villa Salve Hospes einnimmt. Entlang der architektonischen Achsen, vor den Fenstern und an den Wänden setzt die Künstlerin lichtdurchlässige Materialien, Naturkautschuk, Bühnenpodeste und Textilien ein. In der gezielten Intervention in die bestehende Architektur transformiert Raff die Wahrnehmung und Atmosphäre der klassizistischen Villa und erzeugt begehbare Situationen, die intime Räume des Innehaltens und Verweilens eröffnen. Kuratiert von Cathrin Mayer

MICHAEL RAY-VON "Interference Pattern"
Kunstverein Braunschweig
Die künstlerische Praxis von MICHAEL RAY-VON (*1988 in Kalifornien, lebt und arbeitet in Basel) untersucht, wie soziale Strukturen und institutionelle Rahmenbedingungen unser Denken und Wahrnehmen prägen. Mit eigens entwickelten Apparaten, Spiegeln sowie einem Zusammenspiel von Licht und Bewegung schafft er Arbeiten, die Raum für Reflexion und gemeinsames Wahrnehmen eröffnen. In seiner ersten institutionellen Einzelausstellung zeigt Ray-Von eine speziell für die Räume der Remise entwickelte Arbeit, die dazu einlädt, sich körperlich wie geistig neu zu positionieren. Kuratiert von Junia Thiede

LIESL RAFF "Slant"
Kunstverein Braunschweig
Für ihre erste institutionelle Ausstellung in Deutschland entwickelt LIESL RAFF (*1979 in Stuttgart, lebt und arbeitet in Wien) eine raumgreifende, ortsspezifische Installation, die das gesamte Untergeschoss der Villa Salve Hospes einnimmt. Entlang der architektonischen Achsen, vor den Fenstern und an den Wänden setzt die Künstlerin lichtdurchlässige Materialien, Naturkautschuk, Bühnenpodeste und Textilien ein. In der gezielten Intervention in die bestehende Architektur transformiert Raff die Wahrnehmung und Atmosphäre der klassizistischen Villa und erzeugt begehbare Situationen, die intime Räume des Innehaltens und Verweilens eröffnen. Kuratiert von Cathrin Mayer

ANNETTE SENNEBY "Attic"
Kunstverein Braunschweig

Eventings

