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Potsdam

Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten

Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten

Samstag, 17. Oktober 2026 um 10:00 – 18:00 Uhr

Lindenstraße 54 14467 Potsdam

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Die neue Sonderausstellung „Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten“ in der Gedenkstätte Lindenstraße richtet ab dem 19. September 2026 den Blick auf die Frage, wie sich politische Haft auch nach dem Haftende auf das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen auswirkte. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Menschenrechtszentrums Cottbus e.V. entstanden. Bernd Richter, der 1972 aus politischen Gründen mehrere Monate im Gefängnis Lindenstraße inhaftiert gewesen war, sagt: „Ich merke, dass ich im Sprechen über die Haft verkrampfe und erstmal wieder locker werden muss. Das zeigt mir, dass man nach außen hin locker rüberkommt, aber innen drin ist es doch eine Situation, die mich noch gefangen hält.“ Schilderungen wie diese von 20 ehemaligen politischen Gefangenen über ihr Leben nach der Haft bilden den Kern der Ausstellung. Die Betroffenen waren in der Untersuchungshaftanstalt Potsdam, in der Strafvollzugsanstalt Cottbus oder gar an beiden Orten inhaftiert. Doch mit der Entlassung endeten Verfolgungs- und Hafterfahrungen nicht, vielmehr wirken diese, wie bei Bernd Richter, oft vielschichtig und lebenslang nach. Für die meisten der Betroffenen stellt die Haft bis heute eine einschneidende Zäsur in ihrem Leben dar. Sie unterbrach berufliche Karrieren, zerriss Familien und führte zu physischen, psychischen, sozialen und finanziellen Nachwirkungen in der Gegenwart. Zu den Betroffenen, gehören auch der ehemalige Inhaftierte Claus Kurth und seine beiden erwachsenen Kinder. Abwechselnd berichten sie in der Ausstellung von den Ereignissen des Jahres 1984. Von der Verhaftung von Claus Kurth und seiner Frau infolge des Stellens eines Ausreiseantrags aus der DDR, die die Familie unerwartet getroffen hat. Sie erzählen von der Heimunterbringung der Kinder direkt nach der Verhaftung der Eltern und vom Moment des Wiedersehens nach der Haft. In der berührenden Erzählung schildern sie die ersten gemeinsamen Tage, an die sie ein Spielzeugauto bis heute erinnert. Sie blicken zurück auf 40 Jahre familiären Austauschs, die seitdem vergangen sind und auf die gemeinsame Verarbeitung, bei der auch die Besuche ehemaliger Haftorte eine Rolle spielen. Auch der Frage, ob die traumatischen Erfahrungen bewältigt werden können, widmet sich die Ausstellung. Die Zeitzeugin Kerstin Meisner schildert zu den Glasbausteinen, die zu DDR-Zeiten die Sicht aus den Zellen in der Untersuchungshaftanstalt Potsdam versperrten: „Ich ertrage geschlossene Räume sehr schlecht. Wenn sie klein sind, sind immer alle Türen offen. Und ich brauche viel Platz. Das kommt sicherlich aus der Haft in der Lindenstraße und dieser Enge ohne Sicht nach draußen.“ Eine weitere Zeitzeugin, die anonym bleiben möchte, berichtet: „Das Schlimmste für mich war, wie diese Zelle von außen mehrfach verriegelt wurde. Dieses Geräusch habe ich immer noch intus, ich weiß noch genau, wie es klingt. Und ich hasse seitdem abgeschlossene Türen.“ Noch nie zuvor hat sich eine Ausstellung ausschließlich dem Leben nach der Haft gewidmet. Mit bisher unbekannten Interviewsequenzen und persönlichen Erinnerungsstücken der Interviewten, setzt die Ausstellung auf Nahbarkeit und Interaktion. Charaktervolle Portraits, die der renommierte Fotograf Göran Gnaudschun von den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen angefertigt hat, ermöglichen einen affektiven Zugang zu den Biografien. Die Ausstellung wird durch ein Begleitprogramm u.a. mit Dialogführungen mit Zeitzeug:innen, Kuratorenführungen, thematischen Stadtrundgängen und einer Filmveranstaltung ergänzt. Es erscheint ein Katalogband. Sie wird gefördert durch die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur. Weitere Informationen: Sonderausstellung "Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten" in der Gedenkstätte Lindenstraße

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Lindenstraße 54 14467 Potsdam

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