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Völklingen

Bewegung. Macht. Geschichte

Bewegung. Macht. Geschichte

Mittwoch, 28. Oktober 2026 um 10:00 – 19:00 Uhr

Völklinger Hütte

UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte

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Die Völklinger Hütte war ein pulsierendes Kraftzentrum, in das jeden Tag im Schichttakt die Arbeiter:innen hinein- und hinausströmten. Ebenso kamen ständig Rohstoffe und Materialen in Völklingen an, während zugleich Eisen und Stahl in alle Himmelsrichtungen exportiert wurden. Die Ausstellung BEWEGUNG MACHT GESCHICHTE in der zweiten Etage des Wasserhochbehälters eröffnet bislang unbekannte Perspektiven auf die Rohstoff-, Menschen- und Produktströme, die elementar mit der Geschichte der Völklinger Hütte verbunden sind. "Wir haben nun die einmalige Gelegenheit, die historischen Bewegungen von Menschen und Material rund um das Eisenwerk multimedial zu bündeln und die europäischen wie globalen Vernetzungen der Hütte sichtbar und erlebbar zu machen“, erläutert Generaldirektor Dr. Ralf Beil. So kamen die für die Eisenproduktion nötigen Erze nicht nur aus Lothringen, sondern ab den 1960er Jahren von allen sechs Kontinenten. Geliefert wurde spätestens ab der Nachkriegszeit weltweit. Die humane Mobilität in all ihren – auch drastisch gewaltsamen – Facetten bildet ein bedeutendes Element der Ausstellung: von den Wanderarbeitern und verarmten Bauern aus der Großregion im 19. Jahrhundert über das düstere Kapitel der Zwangsarbeiter:innen im Ersten und Zweiten Weltkrieg aus ganz Europa bis hin zur Arbeitsmigration der Wirtschaftswunderjahre aus Italien und der Türkei. Dreh- und Angelpunkt der Schau im Wasserhochbehälter ist eine Filminstallation, die umfangreiches Archivmaterial und 3D-Elemente zu einer prägnanten Hütten-Geschichte in zeitgemäßer Bildsprache montiert. Mit Faber Courtial konnte hierfür eines der führenden deutschen Unternehmen im Bereich Visuelle Effekte und Virtual Reality gewonnen werden, welches neben Arbeiten für Museen auch an zahlreichen Terra X-Produktionen beteiligt war. Die Autorin Nina Koshofer, die bereits den abendfüllenden Film „Der Stahlbaron – Hermann Röchling und die Völklinger Hütte“ für SWR/arte realisiert hat, hat in enger Zusammenarbeit mit dem Weltkulturerbe-Team und der wissenschaftlichen Beraterin Dr. Inge Plettenberg für die inhaltliche Qualität der Darstellung gesorgt. Die Exponate im Wasserhochbehälter schlagen einen Bogen von der Gründung der Völklinger Eisenhütte vor 150 Jahren bis zum Ende der Roheisenproduktion im Jahr 1986. Wir treffen auf den Reisekoffer des Hüttengründers Julius Buch mitsamt historischen Dokumenten und ein Originalstück jener erfolgreichen Stahlträger mit Röchling-Prägung, die zum rasanten Aufstieg der Hütte beigetragen haben. Außerdem im Wasserhochbehälter zu erleben: ein Originalschwungrad des Erzschrägaufzugs, ein Radio-Interview des Vielfliegers und Wehrwirtschaftsführers Hermann Röchling vom Berliner Flugplatz Tempelhof, historische Schuhe, Stechuhren und Schilder aus Betriebszeiten sowie Erinnerungen von ehemaligen Werksangehörigen, die eigens für die Ausstellung neu zusammengetragen und aufgenommen wurden. Hinzu kommen zahlreiche fotografische Zeitzeugnisse aus den unterschiedlichen Hütten-Epochen sowie Werkzeitschriften und Werbebroschüren. Alles zusammen bildet einen emotional dichten und höchst anschaulichen Überblick zur bewegten Historie der Hütte. So durchwandern wir verschiedenste Realitäten um das ehemalige Eisen- und Stahlwerk: von den Frauen, die im Werk arbeiteten, über den Generalstreik von 1919 bis zu den veritablen Wimmelbildern des Schichtwechsels, der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Stadtleben rund um den Völklinger Bahnhof und seine Kneipen bestimmte. Und wer erfahren möchte, welches Gewicht die sogenannten „Erzengel“ auf ihren Köpfen transportierten, kann gerne selbst einmal einen entsprechenden Korb mit Erz anheben. BEWEGUNG MACHT GESCHICHTE ist die erste Ausstellung im historischen Wasserhochbehälter und bietet die Möglichkeit, bereits vor der Eröffnung des neuen Haupteingangs einen Blick in diesen bedeutenden industriellen Bau aus dem Jahr 1917/18 zu werfen und so einen ersten Eindruck von der auratischen Raumatmosphäre zu erhalten. Bis zur Fertigstellung des neuen Eingangs im Oktober steht die Ausstellung Besucher:innen im Rahmen von Führungen offen. Der Zugang in die zweite Etage erfolgt über die neue Brücke am Kohlegleis.   BEWEGUNG MACHT GESCHICHTE 2. Etage des Wasserhochbehälters Weltkulturerbe Völklinger Hütte 22. Juli 2023 bis 27. August 2028 Zentrale Filminstallation und zahlreiche Exponate sowie Text-, Foto-, Ton- und Filmdokumente aus der Geschichte der Völklinger Hütte Kurator: Dr. Ralf Beil, Generaldirektor Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Quelle: destination.one · Lizenz: CC BY 4.0 · © destination.one / die jeweiligen Datengeber

Indoor Open Air#ausstellung#kultur

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Veranstaltungsort

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Völklinger Hütte

Rathausstraße 75-79, 66333 Völklingen

Veranstalter: UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte

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URBAN ART BIENNALE 2026

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Seit 2011 wird alle zwei Jahre das gesamte Areal der Völklinger Hütte zum kongenialen Dialogpartner für die Kunst, die sich aus Street Art und Graffiti entwickelt hat. Nachdem die beiden letzten Biennalen weit in den Völklinger Stadtraum ausgegriffen haben, liegt der Fokus 2026 räumlich und inhaltlich wieder stärker auf der Völklinger Hütte. Mehr Arbeiten als je zuvor entstehen in situ speziell für ihren Ort in der Hütte. Zahlreiche Künstler:innen treten mit ihren Werken direkt in Dialog mit der Architektur und der Geschichte des ehemaligen Eisenwerks. „Street Art und Graffiti haben sich in Reibung mit der Stadt und in Konkurrenz zu den dort schon bestehenden Botschaften entwickelt. Auch die heutige Urban Art braucht den Gegenspieler und Mitspieler — einen Ort, von dessen räumlicher Struktur man sich inspirieren oder abgrenzen kann und auf dessen Geschichte die eigene Kunst reagiert. Die Völklinger Hütte bietet hierzu unzählige Möglichkeiten“, sagt der Kurator der URBAN ART BIENNALE, Frank Krämer. Der raue Charme der Möllerhalle oder der Sinteranlage treffen auf filigrane Stoffe und raumgreifende Installationen. NeSpoon spannt zwischen Sinteranlage und Möllerhalle ein fragiles Spinnennetz aus Häkeldeckchen, der Graffiti-Pionier Boris Tellegen, unter dem Künstlernamen DELTA für seine dreidimensional wirkenden Buchstaben bekannt, überführt seine Räumlichkeit in eine gigantische zweifarbige Holzskulptur. In Baptiste Debombourgs im wahrsten Sinne des Wortes facettenreicher Installation über die Arbeit und die Arbeiter der Völklinger Hütte spielt mit zerbrochenem Spiegelglas besetzte Arbeitskleidung eine zentrale Rolle. Der französische Künstler Milo sammelt Fingerabdrücke in der Stadt Völklingen und bringt sie per Kohlenstaub auf Papier in die Möllerhalle des Weltkulturerbes. Igor Ponosov übersetzt charakteristische Bewegungen der Hüttenarbeiter in eine Performance, die den historischen Rhythmus des Werks zu neuem Leben erweckt. Und in den Jacken, Hemden, Hosen, Röcken, Tüchern und Mützen, die Coco Bergholm in Anlehnung an Oberflächen des ehemaligen Eisenwerks und heutigen Weltkulturerbes von Rostrot bis Paradiesgrün gestaltet, können die Besucher:innen in einer „Postindustrial Camouflage“ mit den Orten der Hütte regelrecht verschmelzen – HUETTECOUTURE eben! Die Faszination von Zugwaggons — die im Zentrum der Graffiti-Kultur standen und Haupttransportmittel in der Völklinger Hütte waren — manifestiert sich in der diesjährigen URBAN ART BIENNALE in Kunstinstallationen und einer Foto-Präsentation, die die Kultur der urbanen Graffiti-Crews spiegelt und Street Art an entlegenen und unzugänglichen Orten für die Besucher:innen erlebbar macht. Künstler:innen der diesjährigen Biennale beziehen sich außerdem in ihrer Kunst auf Techniken der traditionellen Kunst. REFRESHINK erschafft gesprühte Werke, die an Mosaike erinnern, Andrea Ravo Mattoni kreiert Street Art, die Motive der klassischen Malerei aufgreift. In beiden Fällen entsteht durch die Urban Art-Technik und die Wahl des Ortes etwas Neues, eine zusätzliche Dimension. Tomas Lacque wiederum lässt seine urbane Installation unter einer weißen Farbschicht erstarren – als habe ein weißer Ascheregen das Werk bedeckt. Ein Eindruck, der Assoziationen an Pompeji nach dem Vulkanausbruch zulässt. Das Dach der Möllerhalle hat sich der Künstler Ampparito für seine Botschaft ausgesucht, die man in großen Lettern am besten von der Aussichtsplattform des Weltkulturerbes in 45 Metern Höhe betrachten kann. Sie spielt mit der Botschaft, die Autobesitzer in Spanien zuweilen in ihre Fahrzeuge legen: NO HAY NADA DE VALOR, frei übersetzt „Hier drin gibt es nichts von Wert“. Von wegen!

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